Bei der „Auszeit für die Seele“ ging es um Sehnsüchte, Gedanken und Wünsche - und wie wir Spiritualität im Alltag leben können.

Unter dem Leitgedanken „Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser“ (Ps 42.1) hatten Constanze Söldner und Walter Sauter am Sonntag, 23. Januar, zu einer „Auszeit für die Seele“ in die Pfarrkirche St. Michael eingeladen. In den Texten und Weisheitsgeschichten, die die beiden im Wechsel vortrugen, ging es um unsere Sehnsüchte, Gedanken und Wünsche und um die Frage, wie wir Spiritualität im Alltag leben können. Der Euerfelder Jazzgitarrist Joe Krieg sorgte für den musikalischen Rahmen der gut besuchten Meditation am frühen Abend.

Ausgehend von den Hoffnungen vieler Menschen nach einem Ende der Corona-Pandemie wurde gefragt, was unsere Sehnsüchte ausmacht und wo sie uns hinführen können. Selbst Heilige und die Menschen in der Bibel äußerten immer wieder ihre Sehnsucht nach Gott. Aber auch die Dunkelheit, durch die man sich mitunter wie ein Blinder hindurch tasten muss, wurde thematisiert.

Warum unsere Wünsche und Gedanken uns manchmal auch im Weg stehen können, verdeutlichten Constanze und Walter anhand von Bibelstellen und Weisheitsgeschichten des indischen Jesuitenpaters Anthony de Mello. So hieß es am Ende einer dieser Geschichten: „Es gibt eigentlich nur zwei Heimsuchungen im Leben: nicht zu bekommen, was man sich wünscht - und das, was man sich wünscht, zu bekommen.“ Deshalb gelte es, seinen eigenen Gedanken und Gefühlen nicht blind zu folgen, sondern wachsam zu sein. „Herzensaufmerksamkeit“ nannten das die Wüstenväter.

Wie wichtig der Atem für die Verbindung zum jetzigen Moment und damit zu Gott sein kann, wird schon in der Schöpfungsgeschichte deutlich, wo wir lesen, dass „Jahwe dem Menschen den Odem des Lebens in die Nase gehaucht hat“. Diese Erkenntnis nahmen die beiden zum Anlass, um auf die Bedeutung des Atems für Stille und Gegenwärtigkeit zu verweisen. Als Geschenk gaben sie den Besuchern den „EINEN bewussten Atemzug“ mit auf den Weg, der z.B. angewendet werden kann, wenn wir keinen Ausweg aus unseren Gedanken, Vorurteilen oder Sehnsüchten finden.

Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Helene Sauter dankte den beiden für ihre Ausführungen und Joe Krieg für sein virtuoses Gitarrenspiel. Sie kündigte zugleich an, dass die nächste „Auszeit für die Seele“ am 20. Februar stattfindet. Thema „Was macht unser Leben bunt und farbenfroh?“

Bilder: Claudia Mack und Helene Sauter