Superfood und Steinzeitdiät

Claudia Mack Bildergalerien, Katholische Landvolkbewegung, Startseite oben

Beim vorerst letzten Frauenfrühststück in diesem Winterhalbjahr trafen sich fast 40 Frauen im Euerfelder Pfarrheim. Diesmal hieß unser Thema „Ernährungstrends – Risiken und Chancen.“ Die Referentin Jacqueline Köhler vermittelte uns interessant und kurzweilig alle möglichen Trends, die es momentan zum Thema Ernährung gibt.

Warum gibt es überhaupt so viele Trends in der Ernährung? Weil Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme ist, so die Ernährungswissenschaftlerin. Essen ist Gewohnheit, Gemeinschaft, Austausch, Tradition und Kultur. Es zeigt auch, zu wem ich gehöre und was ich mir leisten kann. Die Megatrends der Zukunft werden gesteuert von der Globalisierung, dem demographischen Wandel, der Gesundheit und Mobilität, der Digitalisierung und dem Wandel der Arbeitswelt. Frau Köhler erklärte uns, dass heutzutage das soziale Netz „mit isst“. Jeder zweite Deutsche hat bereits Essensbilder gepostet und dadurch viele an seinen Mahlzeiten teilhaben lassen.

Näher ging sie auf die aktuellen Ernährungstrends wie glutenfrei, laktosefrei, vegan, vegetarisch, Clean Eating und die Paleo Diet ein. Was ist denn jetzt Paleo Diet, werden sich manche fragen. Von glutenfrei oder vegan haben die meisten bereits gehört, doch Paleo Diet sagt kaum einem was. Bei diesem Trend handelt es sich um die sogenannte Steinzeitdiät. Hier isst man nur, was man pflücken, vom Boden aufheben oder selbst töten kann, wie es in der Steinzeit üblich war. Der Verzehr von Fleisch (kein Schwein, gab es ja in der Steinzeit noch nicht), Obst, Beeren, Nüsse und Wurzelgemüse sind hier aktuell. Bei Eat Clean werden keine Lebensmittel gegessen, die mehr als fünf Punkte auf der Zutatenliste stehen haben. Es werden möglichst frische und naturbelassene Lebensmittel verzehrt.

Wenn man sich in den Lebensmittelgeschäften umschaut, denkt man, dass es viele Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten oder Laktose gibt, weil so viel damit geworben wird. Diese Produkte sind sehr teuer, wie die Referentin anhand von einigen mitgebrachten Lebensmitteln zeigte. In Wirklichkeit aber benötigen nur ca. ein Prozent der Bevölkerung eine glutenfreie Ernährung und bei Lactose ca. 15 Prozent. 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung haben eine Lebensmittelunverträglichkeit. Viele Leute kaufen diese Produkte, weil sie denken. es sei gesund. Glutenfreie Produkte sind von 2010 bis 2016 um 40 Prozent gestiegen, obwohl sie sehr teuer und für gesunde Menschen gar nicht notwendig sind. Ähnlich ist es auch bei lactosefreien Produkten.

Die Referentin erklärte, es gibt keine „bösen“ Lebensmittel wie es immer gesagt wird, es macht nur das Ganze. Trends sind der Mode stark unterworfen. Heutzutage ist Essen Lifestyle, Essen ist Selbstinszenierung. Ich zeige wie diszipliniert ich sein kann.  Schon Paracelsus sagte: Die Dosis macht das Gift.

Zum Ende des Vortrags ging die Referentin noch auf Superfood ein, das momentan sehr beliebt und teuer ist. Vieles kann durch heimische und saisonale Produkte billig und gut zu uns genommen werden. Sie erzählte uns auch von einer Kneipe in Berlin, in der man Brox, zu Deutsch Knochenbrühe, im Becher „to go“ kaufen kann. Viele Models und Schauspieler in New York stehen dafür Schlange, so Jacqueline Köhler. Da sieht man mal, wie gesund sich viele unserer Vorfahren regelmäßig ernährt haben.

Auf die Frage, wie es mit unserer Ernährung wohl weiter geht, wohin der Trend geht, meinte die Referentin, es gäbe Studien, die besagen, dass das Gemüse die Hauptrolle auf dem Teller übernehmen wird, die Transparenz wird immer wichtiger und die die Ernährung wir immer maßgeschneiderter werden ( Ersatzprodukte, Pulver, Superfood und Co).

Viele von unseren Besucherinnen meinten, dass so wie sie sich ernähren, ja gar nicht so verkehrt sei und gingen zufrieden nach Hause.

Text und Bilder: Claudia Mack