Angriff auf die Lachmuskeln

Walter Sauter Bildergalerien, Katholische Landvolkbewegung, Nachrichten, Startseite oben

Mit einem Programm der Superlative sorgten die 20 Akteurinnen beim traditionellen Weiberfasching am Freitag, 2. Februar, dafür, dass ein Auge trocken blieb und die Stimmung gleich von Anfang absolut „bombich“ war. Daran änderte sich auch nichts bis zum letzten Auftritt um Mitternacht, ganz im Gegenteil. Gag auf Gag strapazierte die Lachmuskeln der rund 70 Weiber im Sportheim Euerfeld und bei den Tanzeinlagen zeigten die Mädels und am Ende auch die Jungs vom Männerballett, dass sie es verstanden, sich grazil und zugleich hinreißend zur Musik zu bewegen.

Durch das Programm führten heuer zum ersten Mal Sieglinde und Karl-Dieter alias Constanze Söldner und Andrea Koch als Schulkinder. Sieglinde sollte eigentlich schon die zehnte Klasse besuchen, war aber immer noch in Klasse zwei. „Intelligenzler“ Karl-Dieter dagegen freute sich, dass er bald auf dem „Genasium“ Latein lernen durfte.

Doch schon galt es den ersten Höhepunkt anzukündigen: Den Neutralisator. Was, Sie wissen nicht, was das ist? Ein höchstmodernes Gerät aus der Medizintechnik. Man streckt einen Arm in den Kasten und schon wird man gesund. Manche jedenfalls. Eine Patientin allerdings hatte weniger Glück und entging nur um Haaresbreite einer Schwangerschaft. Für die Darstellerinnen Birgit Heinrich, Anja Heinisch, Dorothea Weippert und Claudia Mack gab es so gleich die erste „Rakete“.

Nach so vielen Lachern war es gut, dass die „Seniorentanzgruppe“ mit Carolin Schmitt, Ramona Heinrich, Christiane Füller und Melanie Kemmerer beruhigend auf das noch völlig aufgelöste Publikum einwirkte. Doch dann wurde es schnell zu langweilig und die vier jungen Damen legten mit ihrem „Gun Gun Style“ eine überaus kesse Sohle aufs Parkett, wofür sie reichlich Beifall ernteten.

Ein Ehepaar aus Berlin (Tanja Graber und Margareta Beienz) sorgte dann mit Berliner Schnauze und viel Mutterwitz für jede Menge Lachsalven. Der arme unterdrückte Mann, der an einem trockenen Brötchen kauen musste, während „sie“ sich an einer üppigen Laugenstange gütlich tat, nutzte die Zeit der Abwesenheit seiner holden Gattin bei einer Kur, um seine Vorstellung von der gemeinsamen Wohnung umzusetzen. Einfach nur köstlich!

Ganz „arch jammerich“ war die fromme Schar von sieben alten Weibern (Edeltraut Walter, Adelinde Kinzinger-Bransom, Birgit Heinrich, Sonja Weippert, Helga Scheller, Imtraut Winkler, Margarete Scheller und Helene Sauter), die sich als „Jammerschnallen“ und bewaffnet mit dem Gebetsbuch auf dem Friedhof treffen. Dabei sind sie ganz modern, am Rollator gibt es ein Navi. Aber das führt immer nur zum Friedhof und verkündet dann zuversichtlich: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Kein Wunder, dass die Weiber ins Jammern kommen, Litaneien leidvoll leiern oder ihr Elend hingebungsvoll besingen. Und da dies auf die Melodie des Kirchenlieds „Großer Gott wir loben dich“ geht, stimmen alle Weiber im Saal lautstark mit ein.

Ebenfalls musikalisch weiter ging es dann mit den Line Dancern, die bewiesen, dass „frau“ sich nicht nur anmutig zum Bratkartoffelsong bewegen kann, sondern auch eine Kuh zum Tanzen bringt. Am Ende konnte die elfköpfige Truppe viel Applaus einheimsen.

Den dritten Aufführungsblock eröffnete ein seit Jahren bewährtes Paar: Claudia Mack und Petra Gerhard, die sich diesmal als Hoheiten versuchen. Klar, dass beiden Tollitäten kein Fettnäpfchen auslassen und zum Gaudium des Publikums das Ortgeschehen eins ums andere Mal gekonnt aufs Korn nehmen. Dabei wollen die beiden sich als Prinz und Prinzessin auch überaus elegant kleiden, was natürlich schief gehen muss, zumal wenn sie dazu einen alten Vorhang verwenden.

Jetzt wartete alles auf das von Regina Mack trainierte Männerballett. Acht gestandene Mannsbilder (Dieter Gerhard, Bernhard und Florian Mack, Jochen und Alexander Rettner, Florian Scheller sowie Stephan und Philipp Weippert) in Cowboy-Klamotten zeigten nicht nur Muskeln, Bäuche und teils sportliche Höchstleistungen wie etwa Hebefiguren, sondern auch Rhythmusgefühl und viel Spaß am Tanz zu Liedern wie „Also sprach der Alte Häuptling der Indianer“ oder „Footloose“. Dieser Funke sprang sofort auf das Publikum über, das mitklatsche und jubelte. Vor allem die Steppeinlage beim „Superperforator“ (bekannt aus „Der Schuh des Manitu“) löste wahre Begeisterungsstürme aus.

Zwischen den Auftritten sorgten Jochen Rettner und Michel May für Musik, die die Frauen schnell auf die Tanzfläche lockte. Da die beiden auch nach den Darbietungen weiter heiße Rhythmen auflegten, ließen es sich die Weiber nicht nehmen, noch lange weiter zu feiern und zu tanzen. Und alle freuten sich schon auf die nächsten Faschingsveranstaltungen am 9. und 11. Februar, wenn es im Sportheim wieder heißt: „Öafald helau“! – Veranstaltet wird der Weiberfasching alljährlich von den Frauen der Katholischen Landvolkbewegung Euerfeld (KLB).

Bilder: Regina Mack