Feuerwehr investierte in alte Fahne und neue Stiefel

Jan Speth Allgemein, Freiwillige Feuerwehr, Nachrichten, Startseite oben

Handgefertigt von Würzburger Nonnen und so wertvoll wie ein Kleinwagen: Eine ganz besondere Fahne haben die Euerfelder Feuerwehrleute im Schrank hängen und jetzt für fast 7000 Euro saniert. Im Fokus der Hauptversammlung am Dreikönigstag standen jedoch auch verdiente Mitglieder, eine funktionierende Jugendarbeit und die Rauchmelderpflicht.

„Wohl überlegt“ war laut Vorsitzenden Philipp Weippert die Investition in die Feuerwehrfahne aus dem Jahr 1974: In den 1970er und 80er Jahren ging die Wehr mit damit auf viele Feuerwehrfeste und andere überörtliche Veranstaltungen. Dies hinterließ große Verschleißspuren, die zuletzt nur noch professionell beseitigt werden konnten. Darüber hinaus bezuschusste der Verein neue Feuerwehrstiefel: Die Gummi-Sicherheitsstiefel gehören damit in Euerfeld der Vergangenheit an.

Schutzausrüstung verbessert

2017 blieb die neue Schutzausrüstung der 45 Aktiven – darunter zwölf Atemschutzgeräteträger – jedoch noch von vielen Einsätzen verschont: Einen Dachstuhlbrand nach einem Unwetter und einen brennenden Jagdsitz in der Euerfelder Flur zählte Kommandant Stephan Weippert auf. „Das war sogar für 20 Minuten unser alleiniges Feuer, das wir mit der Kübelspritze unter Kontrolle hielten“ berichtete er. Die Anfahrt zum Hochsitz stellte sich für andere Feuerwehren als komplex heraus – Euerfeld hat aber kein wasserführendes Fahrzeug.

Auf Ersatz für das über 30 Jahre alte LF 8 müssen die Feuerwehrleute allerdings noch warten: Auf die Nachfrage eines Mitglieds berichtete Weippert, dass Euerfeld im Feuerwehrbedarfsplan noch nicht ganz oben steht. „Ein gutes Gebrauchtes oder beispielsweise ein Vorführfahrzeug könnte die Beschaffung aber beschleunigen“ merkte der Feuerwehrchef im Hinblick auf die schwierige EU-weite Ausschreibung an.

Gold für Gerald Füller und Otto Kram

Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold und viel Anerkennung erhielten im Rahmen der Hauptversammlung Gerald Füller und Otto Kram für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Von einer „großen Feuerwehrfamilie“ sprach bei der Laudatio stellvertretende Landrätin Doris Paul. Euerfeld habe auch schon die ein oder andere „Feuerwehrlegende hervorgebracht“. „Wir brauchen Leute die hinlangen, das wird in der heutigen Zeit immer schwieriger“ befand auch Kreisbrandrat Roland Eckert.

Funktionierende Jugendarbeit erntet Lob

Hingelangt wurde 2017 bei der Jugendfeuerwehr: Von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrnachwuchs aus Dettelbach berichtete Jugendwart Florian Mack. So gab es unter anderem eine gemeinsame Übung mit der Drehleiter oder auch eine gemeinsame  Schlafstätte beim Jugendzeltlager In Hörblach. Kommunikation jenseits von WhatsApp, Facebook und Co steht dabei im Vordergrund. Bei den Anwesenden erntete die Kooperation Beifall.

Das die Jugendarbeit gut ankommt zeigten die Neuzugänge beim Nachwuchs: Emily Prenzel, Lena Teske, Paulien Füller und Max Herbig-Ungemach verstärken zukünftig die 19 Jugendliche zählende Mannschaft. Mehr als die Hälfte der potentiellen Floriansjünger sind in Euerfeld weiblich. Aus der Jugendfeuerwehr verabschiedet wurden Bianca Wilhelmi und Anna-Maria Beienz.

Euerfelder nehmen Rauchmelderpflicht ernst

Geduldig Rede und Antwort stand Kreisbrandrat Roland Eckert beim Thema Rauchmelderpflicht: Bei einigen Anwesenden kamen Fragen zum Kauf und Montageort der kleinen Lebensretter auf. Vorsitzender Philipp Weippert hatte zuvor in seinem Rückblick auf die seit 31. Dezember 2017 bestehende Pflicht aufmerksam gemacht.

Auch im zurückliegenden Jahr trug die Feuerwehr wieder zu einem bunten Dorfleben bei: Der Vorsitzende zählte unter anderem Faschingsball, Florianstag, Feuerwehrfest und Neujahrsumtrunk auf.

Fahne gesucht

Eine interessante Frage richtete Peter Scheller an die Anwesenden: Wo ist eigentlich die Feuerwehrfahne hingekommen, die bis 1974 auf zahlreichen Umzügen im Einsatz war? Wer diesbezüglich Informationen hat, kann sich gerne an Vorsitzenden Philipp Weippert oder Schriftführer Jan Speth wenden.