Italienisch-heiter und beschwingt

Walter Sauter Bildergalerien, Singkreis, Startseite oben

Aus der Gartenserenade wurde umzugsbedingt die Serenade im Hof. Aus dem sonst eher lauschigen Ort mit viel Grün wurde nun ein überwiegend gepflasterter Hof. Doch was die musikalischen Darbietungen anbelangte, hat dieser Umzug nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Der Hof von Thomas und Otto Kram erfreut sich einer ausgezeichneten Akustik, die Treppe, das Podest und der Gang am Haus entlang bieten hervorragende Gestaltungsmöglichkeiten für die Darbietungen, die gleich ausgiebig genutzt wurden. Und da störte es auch nicht, dass Tomatenpflanzen den Gang zierten und auch im gerade erst umgebauten Hof noch manches improvisiert wirkte. Die beiden wunderschönen, riesigen, rot blühenden Oleander und die kleine Italienflagge sorgten neben der Musik für lockeres südliches Sommer-Feeling.

Und die Musik hatte es in sich: Sie kam überwiegend aus Italien oder war zumindest in italienischer Sprache, und was da von Celentano über Ramazotti bis Mozart und Verdi geboten wurde, war ein buntes und vielseitiges Potpourri beschwingter und heiterer Melodien, die hervorragend zu diesem lauen Sommerabend und dem Ambiente passten. Ob Oper oder Schlager, die Akteure trafen den rechten Ton, um die Zuhörer aus Euerfeld und der weiteren Umgebung zu begeistern.

Es begann gleich mit zwei Schlagerklassikern, vorgetragen vom Singkreis Euerfeld: Mit „Zwei kleine Italiener“ oder „O mia bella Napoli“ waren die Herzen der Zuhörer rasch gewonnen. Und auch die Solistinnen Lea und Renate Lahrsow, Perdita Mergenthal, Karin Rottmann und Nicole Winterstein verstanden es, mit teils anspruchsvollen, meist aber bekannten Liedern italienisches Flair in den Euerfelder Hof zu zaubern. Viel Beifall und manchen Lacher gab es auch für das von Renate Lahrsow und ihrem Mann Jürgen vorgetragene Stück „Parole Parole“.

Dreh- und Angelpunkt des Abends war aber wieder einmal Thomas Kram. Ob als gut gelaunter Moderator, der nie um eine Anekdote verlegen war, ob als Pianist, der gekonnt Singkreis und Solistinnen begleitete, oder selber als Solist – er brillierte, brachte zum Lachen, setzte Akzente. Und da an diesem Abend kein Tenor zur Verfügung stand (was an einem italienischen Abend eigentlich gar nicht geht!), schlüpfte er, der Bariton, sogar in diese Rolle. Freilich nicht ohne vorher die Stücke entsprechend umgearbeitet zu haben.

War schon vor der Pause die Stimmung bei Akteuren und Publikum bestens, gab es mit Einbruch der Dunkelheit teilweise Gänsehautgefühl. Zum Beispiel bei dem von Lea Lahrsow und Thomas Kram gesungenen Lied „Il Ritmo Della Passione“, das keine geringeren als Eros Ramazzotti und Anastacia 2005 interpretiert hatten.  Und auch das von Thomas Kram und Nicole Winterstein eindrucksvoll vorgetragene Duett „la ci darem la mano“ aus der Mozart-Oper Don Giovanni löste nicht nur bei den beiden Akteuren Gefühle aus. Als am Ende die heimliche „italienische Nationalhymne“, der Gefangenenchor aus der Verdi-Oper Nabucco, gegeben wurde, waren sich alle einig: Sie haben nicht nur einen wunderbaren Abend erlebt, auch die Serenade hat im Hof von Thomas und Otto Kram eine stimmungsvolle und hervorragend geeignete neue Bleibe gefunden.

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