Warum gibt es Leid?

Claudia Mack Bildergalerien, Katholische Landvolkbewegung, Startseite oben

Es war keine einfache Frage, auf welche die 35 Frauen im Euerfelder Pfarrheim beim Frauenfrühstück am 15. März eine Antwort erwarteten, und es ist eine Frage, die viele Menschen bewegt: Warum gibt es Leid? Ausgangspunkt war das Thema: „Der liebende und allmächtige Gott, das Leid in der Welt und der Glaube.“ Referent war Andreas Hartung, Kaplan in Wiesentheid.

Zunächst erläuterte er die unterschiedlichsten Arten von Leid und wie sie entstehen. Gott hat uns als freie Menschen geschaffen, so Hartung, und deshalb sind wir selbst für unser Tun und Handeln verantwortlich. Gott will, dass jeder Mensch Gutes tut, er zwingt aber niemand dazu. Er setzt sich nicht über die Freiheit des Menschen hinweg.

Wir Menschen könnten denken, Gott allein ist der Schöpfer, also ist er auch für alles verantwortlich. Er könnte eingreifen und Leid jeder Art verhindern. Aber so funktioniert unsere Welt nicht. Auf die Frage, warum Gott nicht eingreift, wenn einem Menschen Leid durch Andere geschieht, meinte der Referent: „Wenn Gott immer eingreifen würde, wenn es bei uns auf der Erde eng wird, dann wäre unsere Leben nicht mehr selbstbestimmt.“

Natürlich stand auch die Frage im Raum, warum Gott Krankheit nicht verhindert. Der Kaplan erläuterte dies so: Solche „natürlichen Übel“ seien eine harte Bewährungsprobe für den Glauben. Würde Gott eingreifen, hätten wir eine ganz andere Welt, auf der vielleicht gar kein Leben möglich wäre.

Auf die Frage, wie man mit Menschen umgehen sollte, denen großes Leid widerfahren ist, sagte Hartung: Einfach auf die Menschen zugehen; Erklärungsversuche sind oft deplatziert. Manchmal gibt es auch keine Erklärung. Oft ist es ausreichend, sich für die Betroffenen Zeit zu nehmen oder mit ihnen zu schweigen.

Wie wir Menschen mit Gott in Zeiten schweren Leids umgehen können, auch darauf hatte der Kaplan eine Antwort. Wir Menschen können immer Zwiesprache mit Gott halten. Gott hält es aus, wenn wir unsere Wut über unser Leid offen vor ihn bringen. Er hält alles aus. Im Leid müssen wir oft such neue Wege suchen, wie wir mit Gott umgehen.

Nach dem bewegenden Vortrag von Kaplan Hartung hatten wir noch Raum für Fragen, die uns alle geduldig beantwortet wurden.