Advent – alles und nichts erwarten

Claudia Mack Bildergalerien, Katholische Landvolkbewegung, Startseite oben

Im adventlich geschmückten Pfarrheim trafen sich 33 Frauen zum letzten gemeinsamen Frühstück in diesem Jahr. Unsere Referent Thomas Kram stimmte uns in seiner lockeren und fröhlichen Art auf die Adventszeit ein und machte die ein oder andere nachdenklich.

Er begann mit den Worten: „Advent liegt ziemlich ungünstig vor Weihnachten“. Schon hatten alle Anwesenden ein Schmunzeln auf den Lippen. Ja, plötzlich ist dann auch noch Weihnachten da, so der Referent. Der Advent, eigentlich die zweitlängste Fastenzeit im kirchlichen Jahreskreis, sollte eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten sein.

In der heutigen Zeit ist man warten aber gar nicht mehr gewohnt. War doch früher warten selbstverständlich, wurde es in der heutigen Zeit fast weg rationalisiert. Er erinnerte an die historischen Bahnhöfe, in denen der Wartesaal der Mittelpunkt der Bahnhöfe war. Hier hat man sich getroffen und auf die Züge gewartet. Manchmal stundenlang. Heutzutage gibt es gut funktionierende Fahrpläne und sogar Apps, die einem sagen, wenn der Zug zu spät kommt. Also kommt man auch später zum Bahnhof und nutzt die Zeit anders. Falls dann noch mal jemand warten muss, sitzt er am Bahnsteig und tippt an seinem „Zeitvertreiber“ Handy herum. In der heutigen ist Warten nicht mehr in.

Im Advent entwickeln jedoch immer noch die meisten Menschen viel Liebe zum Detail. Die Natur ruht weitgehend und dadurch verspüren wir Menschen mehr Zeit. Es wird Energie für Filigranes frei gesetzt. Man füllt die Zeit des Wartens und nimmt sich Zeit, Weihnachten vorzubereiten. In der Adventszeit kommt es nicht auf das Äußere an, der eigentliche Putz sollte in uns passieren, so der Referent.

Warten hat viele Facetten. Gemeinsam mit Thomas Kram suchten wir Sprichwörter und Begriffe zum Thema warten. Hier einige unserer Ergebnisse: – warts mal ab, – na warte, – abwarten und Tee trinken. Nun gab es noch Zeit sich in Kleingruppen auszutauschen. Unsere Aufgaben waren: was wird von mir erwartet? Und wie sieht für mich der ideale Advent aus?

Nach einem regen Austausch und manch gemütlichen Pläuschchen schloss dann Thomas Kram mit einigen Zeilen aus dem Weihnachtsoratorium von Bach:
„Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,
den Schönsten, den Lieben bald bei dir zu sehen!
Deine Wangen müssen heut viel schöner prangen,
eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!“

Text und Bilder: Claudia Mack