start_wab_9580

Guru Günther und die „erhabene Bier-Zeremonie“

Walter Sauter Bildergalerien, Startseite oben, Theatergruppe

Im Buddhismus steht die Farbe Orange für die Weisheit und Reife. Deshalb tragen buddhistische Mönche diese Farbe. Wenn allerdings zwei in Orange gekleidete Mönche aus dem „Sushikloster“ im fernen Do-Ping mit Glöckchen und Weihrauch in einer Autowerkstatt in Euerfeld auftauchen, dann kann das nur bedeuten: Es ist Theaterzeit in Euerfeld und damit Lachen im Minutentakt angesagt.

Statt Weisheit gibt es dann jede Menge markige Sprüche und eine kurios verworrene Geschichte, die ihren höchst unterhaltsamen Lauf nimmt, als die beiden „Kuttenknilche“ Y-tong und Li-Bah-Fui ihrem neuen Guru huldigen wollen. Denn das „Blem-Blem-Orakel“ hat ausgerechnet den trinkfesten Kfz-Meister Günther Pöppel als neuen Klosterchef auserkoren.

So mutiert der „Blaumann-Adonis“ zum weiß gekleideten „Guru Günther“, der mit „Grill-Meditationen“, „Couchandachten mit Chips und Bildzeitung“ oder der „erhabenen Bier-Zeremonie“ schnell männliche Anhänger findet. Eine ewig nörgelnde Schwägerin, die schöne Tochter des „Meisters“ und ein in sie verliebter Stift, ein dauerbetrunkener und autoschrottender Freund, eine Ehefrau, die aufgrund des Wirrwarrs davonläuft, und das auf den Plan gerufene Kirchenpersonal sowie jede Menge Männer in Orange sorgen dafür, dass bei dieser Komödie von Andreas Wening kein Auge trocken bleibt. Gewürzt wird das Ganze mit etwas Lokalkolorit, so dass am Ende jeder auf seine Kosten kommt.

Es ist ein schräge Geschichte, und die Gestalten, die in der Geschichte auftauchen, sind noch viel schräger. Dass aus dem Stück „Ein Guru für Do-Ping“ keine billige Klamotte wird, dafür sorgen die Akteure auf der Bühne des Euerfelder Scheunentheater mit Bravour. Sie hauchen dem Stück nicht nur Leben ein, sondern verstehen es auch, einen Gag nach dem anderen gekonnt zu platzieren.

Allen voran brilliert Jim Bransom in der Hauptrolle als Günther Pöppel. Im asiatischen Mönch Y-Tong, gespielt von Thomas Kram, findet er einen schlitzohrigen und gewitzten Partner. Doch auch die anderen Darsteller stehen den beiden nicht nach: Petra Gerhard als resolute Ehefrau Resi, Sonja Weippert als umschwärmte Tochter Sandra, Philipp Weippert als charmanter Lehrling Roland, Inge Ungemach als verbiesterte Schwägerin Edda, Manfred Seltsam als trinkfreudiger und frauenbesessener Manne, Cornelius Heußner als „unterfränkischer“ Mönch Li-Bah-Fui, Anja Heinisch als gestrenge Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helen Sauté, Waltraud Sauer als wild gewordene Sektenjägerin Dr. Gerlinde Stopfkuchen und Bernhard Pohla als schwägerinnenbeglückender Mönch Franz Schwellnuss können allesamt überzeugen.

Am Ende der Vorstellung gab es minutenlangen Beifall für alle Akteure, die von Souffleuse ist Thea Graber dem Publikum vorgestellt wurden. – Wer das Stück noch nicht gesehen hat, hat noch zweimal Gelegenheit dazu: Am Freitag, 7. und Samstag, 8. Oktober gibt es jeweils um 19.30 Uhr zwei nahezu ausverkaufte Vorstellungen. Mehr Informationen im Lädele Euerfeld, Tel. 09324/981221.