„Gemeinschaft heißt das Zauberwort“

Walter Sauter Bildergalerien, Kirchenverwaltung, Nachrichten, Pfarrgemeinderat, Startseite oben

Dass Gemeinde vor allem Gemeinschaft bedeutet, wurde am Sonntag, 22. März, in Euerfeld deutlich, stand doch der Tag ganz im Zeichen der Pfarrgemeinde und ihrem vielfältigen Engagement. Am Morgen wurde nach der Messe der Kreuzweg aus den 1960er Jahren gesegnet, der jetzt in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof einen neuen, würdigen Platz gefunden hat. Am Nachmittag fand die Pfarrversammlung statt. Dabei konnten Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und die kirchlichen Gruppierungen nicht nur auf ein sehr reges Pfarreileben verweisen, sondern es galt auch das bisherige Leitungsteam bei den Senioren zu verabschieden und die neuen Verantwortlichen zu begrüßen. Das zum Ende der Versammlung gemeinsam gesungene Lied „Gemeinschaft heißt das Zauberwort“ stand somit als Motto über dem gesamten Tag.

Als „Glücksfall“ bezeichnete Kirchenpfleger Anton Rössner am Ende des Sonntags-Gottesdienstes die Tatsache, dass die Kirchengemeinde über zwei komplette Kreuzwege verfügt. Der jetzt in der Leichenhalle aufgehängte Kreuzweg wurde von einem renommierten Oberammergauer Künstler geschaffen. Er zeigt auf aufwendig geschnitzten Holztafeln die Leidensgeschichte Jesu. Er kam 1961 bei der vorletzten Kirchenrenovierung ins Gotteshaus und löste damals die alten, im neubyzantinischen Stil gemalten Darstellungen aus dem Jahr 1893 ab. Bei der jüngsten Kirchenrenovierung 2007 musste er nun wieder dem ursprünglich in der Kirche befindlichen, farbenfrohen, ganz alten Kreuzweg weichen. So dämmerte der Oberammergauer Kreuzweg einige Jahre vor sich hin, bis er jetzt seinen neuen Platz fand.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helene Sauter begrüßte die rund 40 Gäste bei der Pfarrversammlung am Nachmittag, darunter Pfarrer i.R. Erich Seitz, Diakon Lorenz Kleinschnitz und Gemeindereferent Christof Becker. P. Richard Heßdörfer, der bereits die Segnung des Kreuzwegs vorgenommen hatte, sprach in Stellvertretung von Pfarrer Bruder Martin Domogalla ein Grußwort. Er betonte den Wert der Gemeinschaft, auch wenn sie heute von manchen als nicht mehr so nötig wie früher eingeschätzt werde. „Kirche ist Gemeinschaft“, betonte er.

Wie erfolgreich Gemeinschaftsleben in der Pfarrgemeinde umgesetzt wurde, erläuterte Helene Sauter in ihrem Rückblick über die vergangenen zwei Jahre. Sie erwähnte Highlights wie die Segnung des Bildstocks „Marienkrönung“ in der Kirche 2012, zwei Priesterjubiläen im Jahr 2013 oder den Gottesdienst mit Weihbischof Ulrich Boom zum 25jährigen Bestehen der Bruder-Klaus-Kapelle 2014. Aber auch viele andere Veranstaltungen wie die Sternwallfahrt nach Brück, Kirchenkonzerte, Weltgebetstag, Rosenkranz oder Taizegebet an der Kapelle sowie Erstkommunion, Fronleichnam oder Erntedank fanden Erwähnung.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden war es ein Herzensanliegen, den vielen Aktiven in der Pfarrgemeinde zu danken, aber auch allen, die zum Gelingen der vielen Gottesdienste, Prozessionen und Veranstaltungen beigetragen haben, wie die Musikkapelle, die Landfrauen oder die Feuerwehr sowie die kirchlichen Gruppierungen und Verbände. Ansonsten sei das Pfarreileben in den letzten Jahren durch zahlreiche Wechsel bei Pfarrern und Hauptamtlichen geprägt gewesen. Auch ein neues Pfarrblatt für die gesamte Pfarreiengemeinschaft sei nach manchen Debatten eingeführt worden.

Tanja Graber, 1. Vorsitzende des Kindergartenvereins, berichtete, dass derzeit 13 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren die Einrichtung besuchen. Zwar wechseln zwei Kinder im Herbst in die Schule, gleichzeitig freute sie sich aber über sieben Neuanmeldungen. Dem Jahresmotto „Der Natur auf der Spur“ können die Kleinen z.B. mit einer Beobachtungsstation für Regenwürmer nachgehen. Als großes Projekt für die Zukunft nannte sie den geplanten Umbau des Kindergartens.

Kirchenpfleger Anton Rössner erläuterte den aktuellen Stand des Projekts. Das Anfang 2014 verfolgte Vorhaben zum Bau einer Kinderkrippe musste aufgrund der räumlichen Gegebenheiten fallen gelassen werden. Inzwischen wurde von den Verantwortlichen von Kirchenverwaltung und Kindergartenverein viele Gespräche mit der Stadt Dettelbach und der Regierung von Unterfranken geführt, mehrfach umgeplant, Anträge neu gestellt und neu berechnet, um einen zunächst nicht zu erwartenden Zuschuss der Regierung doch noch zu erhalten. Ziel ist es nun, die Einrichtung zur Aufnahme von Kindern ab zwei Jahren fit zu machen. Für ein Gesamtvolumen von 160 000 Euro sind u.a. der Einbau eines Schlafraums für die Jüngsten ebenso wie Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Statik vorgesehen. Rössner: „Das Verfahren läuft, aber derzeit lassen sich keine Angaben zum Zeitplan machen.“

Über einem bunten Reigen von Veranstaltungen informierten die beiden Vorsitzenden Claudia Mack und Otto Kram von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB). Mit Bildern ließen sie Weiberfasching, Frauenfrühstück, Radtour, ökumenische Andachten mit der Pfarrei Euerfeld und der evangelischen Kirchengemeinde Schernau, Bildungsabende, Versammlungen oder das Kapellenjubiläum Revue passieren. Für das scheidende Seniorenteam berichtete Helga Graber von zahlreichen Gottesdiensten, Veranstaltungen und Fahrten. Auch die Landjugend (KLJB) ist vielfach aktiv z.B. bei der Maibaumaufstellung oder der Fronleichnamsprozession.

Zum Schluss der Veranstaltung galt der ganz besondere Dank dem scheidenden Leitungsteam bei den Senioren, die zwölf Jahre engagiert das Pfarreileben mit gestaltet haben und durch Helga Graber auch im Pfarrgemeinderat vertreten waren. Kirchenpfleger Anton Rössner hatte nachgerecht, dass bei den zahlreichen Basaren in dieser Zeit 10 750 Euro für Projekte der Pfarrei zusammen gekommen waren. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helene Sauter freute sich besonders, dass wieder ein Team mit Irmtraud Winkler, Rita Teske, Gabi Scheller und Ingrid Graber das Ruder bei den Senioren übernommen habe. Für die fünf scheidenden Seniorinnen Helga Graber, Hanni Hofmann, Franziska Bielek, Martha Jüstel und Emma Scheller gab es aus der Hand von Diakon Kleinschnitz von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann unterzeichnete Dankurkunden. Einen Blumenstrauß und ein Bild überreichten Helene Sauter und Anton Rössner.

Text und Bilder: Walter Sauter